Süßwassergarnelen in der Aquawall

11. Dezember 2009

Wirbellose im AQ sind „in“. Und Süßwassergarnelen sind die Stars der trendigen Nanoaquarien. Nun muss man freilich nicht jeden Trend mitmachen, aber für die wuseligen Arthropoden spricht einiges. Zumal wenn man sich zunächst mit den robusteren Arten an die Materie herantastet. Erste gute Erfahrungen als tüchtige Putztruppe habe ich mit Neocaridian heteropoda (Zwerggarnelen von 2,5 cm Größe) gemacht, die auch den quasi anerkennenden Namen „Algengarnelen“ tragen. Sie machen sich emsig ans Grünalgen vertilgende Werk und durchkämmen gern Javamoosbüschel, wobei jedes Blättchen einzeln geputzt wird. Eine Fütterung im AQ erübrigt sich, Fischfutterreste bzw. Detrius (= „Dreck“ bzw. Verfallsstoffe und Abbauprodukte wie Fischkot u. ä.) werden von den kleinen Saubermännern vertilgt.

Blaue Posthornschnecke: schont Pflanzen, vertilgt Algen u. Futterreste

Blaue Posthornschnecke: schont Pflanzen, vertilgt Algen u. Futterreste

Die AQW mit ihrer kräftigen Strömung sollte sich eigentlich bestens für die beliebten Krebstiere eignen. Voraussetzung: Die Filteransaugöffnungen sind wie beschrieben mit Schwämmen/Pads abgedecket. Größere Fische, die Garnelen als willkommene Leckerbissen freudig begrüßen würden, haben in einer AQW ja ohnehin nichts zu suchen. Ach ja, auch die drei Überlaufrinnen oben an jeder Filterkammer sollten vorsichtshalber mit Filtermatten gesichert werden, was unauffällig vom Inneren der Filterkammern aus geschehen kann. Durch diese je drei Spalten verschwindet übrigens auch gern der Nachwuchs von Lebendgebärenden, sprich Guppy, Platy, Molly. Für die linke Filterkammer muss die Matte 12,5 cm breit sein, für die rechte 8 cm.

Algengarnele, Neocaridina heteropoda: emsige Saubermänner

Algengarnele, Neocaridina heteropoda: emsige Saubermänner

Filterpads gegen zu große Ansaugöffnungen

30. November 2009

Eine andere Lösung für die zu großen Ansaugöffnungen könnte es sein, Filterpatronenmatten passend für die AQW zuzuschneiden und vor die fatalen Ansaugöffnungen zu setzen. Hab’ ich allerdings noch nicht selbst ausprobiert. Mein Fliegendrahtgitter muss jedenfalls alle paar Tage von Pflanzenresten u. ä. befreit werden, setzen sich die Gitter zu stark zu, mindert das die Ansaugleistung und der Filter zieht Luft, die blubbernd ins Becken pepustet wird. Dies ist nicht nur unschön, sondern vermutlich würde auf Dauer der dadurch schlechter gekühlte Motor heißlaufen und den Geist aufgeben? Auch ein Absinken des Wasserstandes deutlich unter Maximumlinie führt mitunter zu dem beschriebenen Effekt des „Luftziehens“.

Kohlefilterschwämme: quadratisch, praktisch, gut?

Filterpad3Passen wie für die AQW gemacht: 12,5 x 12.5 cm

10. Dezember 09

Nachdem eine blaue Posthornschnecke auf einem der die zu großen Filteransaugöffnungen abdeckenden Fliegengitter festhing, teste ich die 2. mögliche Problemlösung: Ich entferne die beiden Ansaugstutzen völlig (Stechbeitel) und setze plano vor die Wand einen Filterschwamm. Der muss natürlich passgenau und fest sitzen. Das genaue Innenmaß der AQW beträgt 12,5 cm. Genau in der Größe 12,5 x 12,5 cm gibt es für das Juwel Filter System Standard Bioflow 6.0 Kohleschwämme im 2er Pack (9,25 EUR), einen für jede Seitenwand: und alle 4 Ansaugöffnungen sind verschlossen. Ich hoffe, es funktioniert.

Vor der schwarzen Seitenwand fällt die schwarze Filtermatte kaum auf
Vor der schwarzen Seitenwand fällt die schwarze Filtermatte kaum auf

11. Dezember 09

Nachdem der Filter störungsfrei läuft, entferne ich auch die Ansauger der 2. Filterkammer und setze den 2. Kohleschwamm davor. Optisch verschwinden die schwarzen Matten vor der schwarzen Seitenwand. Bei einer irgendwann anstehenden Filtersäuberung (je nach Fischbesatz 3-6 Monate) kann man natürlich auch ausprobieren, ob das Anbringen der Schwämme auch innen im Filter funktionieren würde? Wer’s vor mir ausprobiert (oder schon hat) ist herzlich eingeladen, hier von seinen Resultaten zu berichten.

Bambus im Aquarium?

25. November 2009

Eine Frage, die mir außerhalb des Blocks gestellt wurde: Ist das mit dem Bambus nicht gefährlich?

Mit Radio Eriwan zu antworten: im Prinzip ja.

Auch bei Bambusstäben aus dem Baumarkt oder sonst wo her muss man heute leider mit Belastungen durch Pflanzenschutzmittel rechnen. Für jedes Aquarium schieres Gift. Meine Bambusstäbe standen allerdings bereits seit einigen Jährchen im Garten in der Bewitterung. Da gasen eigentlich alle Biozide, die der liebe Gott verboten hat, aus. Zusätzlich habe ich die Bambusstäbe gründlich gereinigt (ohne Chemie). Auch wässern hilft. Meine Otocinclus „lutschen“ gern die Algen direkt von den Stäben und sind guter Dinge. Bei entsprechender Vorsicht kann man das also wohl riskieren.

Mosskugel+Bambus

Das Schwerträgerweibchen verlässt später die AQW und wird durch die kleiner bleibenden Platys derselben Gattung ersetzt.

Bambus sorgt für vertikale Strukturierung in der sehr gestreckten AQW.

Bambus sorgt für vertikale Strukturierung in der sehr gestreckten AQW.

AQW total

Helleri Weibchen, Cabomba, Bambus

Helleri Weibchen, Cabomba, Bambus

Auch eine Aquawall braucht mal Hilfe: Wassertrübung klären, Filteransaugstopfen vergittern

20. November 2009

11. November 09

Einer der Otocinclus ist spurlos verschwunden. Nachdem einer der beiden vermissten Neon etwas blass und mickrig – wie ausgespieen – wieder aufgetaucht ist, scheint klar: Die Ansaugöffnungen der Filter sind zu groß. Letzte Gewissheit wird eine Säuberung der Filter bringen. Wie die Öffnungen schützen? Da kleine Fische sich am besten für die Aquawall eignen und man natürlich zunächst Jungtiere einsetzt, sollte man also für alle kleinen Fisch mit betont spindelförmigem Körperbau Vorsichtsmaßregeln treffen. Die diversen Grünalgen haben unterdessen als Schwebalgen/Sporen (?) das Wasser getrübt. Jetzt müsste man Wasserflöhe einsetzen können als hocheffiziente Biofilter. Notgedrungen setze ich auf Chemie: TetraClearwater solls richten. Ein Innenfilter mit Schaumpatrone, angeschlossen an die Luftpumpe der Aquawall soll mithelfen und nachts den Sauerstoffgehalt sichern. Die Mittagspause der Beleuchtung dehne ich auf eine Stunde aus.

12. November 09

Nachwuchs in der Guppy-WG: 5 Winzlinge haben hungrige Artgenossen und Filteransauger überlebt. Die TetraClear-Behandlung zeigt keinerlei Wirkung! Also demontiere und säubere ich die linke Filterkammer, die in der Tat recht verschmutzt ist. Hier aufgefundene Guppyjunge setze ich in ein Miniaquarium mit Patronenfilter. Das Säubern der Filterkammern, über das sich die Betriebsanleitung weitgehend ausschweigt, ist gar nicht so schwierig, selbst die Schräge über meiner Aquawall stellt kein Hindernis da. Über der linken Filterkammer sind der Futterautomat und die Membrampumpe einfach nach oben herauszunehmen (vorher Strom ausschalten und Steckverbindungen lösen). Die schützende Gummikammer wird etwas zusammengedrückt und ebenfall nach oben hin herausgezogen. Und schon sind wir am Filter. Die drei kleinen Filterpads herausnehmen, sodann die von Saugern gehaltene Kreiselpumpe. Jetzt lässt sich die Hauptfilterpatrone herausnehmen. Die Filterpatronen werden ausgespült wobei vor allem grobe Schmutzteile beseitigt werden. Die Biobälle in den fünf Löchern der Patrone müssen nur bei starker Verschmutzung heraus und wieder hinein. Zu gründlich sollte man nicht „säubern“, damit die wichtigen nitrifizierenden Bakterien nicht völlig ausgewaschen werden und sich im wiedereingesetzten Filter möglichst rasch regenerieren können.

AQW+Aufzuchtbecken

Im Aufzuchtbecken wachsen Guppys + Platys heran

13. November 09

Eine Wasseranalyse zeigt einwandfreie Werte: KH4, pH7, dGH7, Nitrit (NO2)= 0, Nitrat NO3=20 mg/l, Phosphat (PO4)=0, Leitfähigkeit (µS/cm) = 521 Aus pH-Wert und Karbonatwert ergibt sich für den CO2-Gehalt: ca. 16 mg. Alles okay.

14. November 09

Nehme mir auch die rechte Filterkammer zur Reinigung vor (gleicher Aufbau wie die linke, nur etwas kleiner plus Heizung, Temperaturfühler in einer Filterpatronenlochung). Finde auch hier einige Guppyjunge, die offenbar über die drei oberen Ritzen eingedrungen sind, die man mit Filterwatte von innen verschließen kann. Unten im Filter findet sich die Leiche des verschwundenen Otocinclus, was bestätigt: Die Filter-Ansaugöffnungen sind zu groß! Die Pfropfen haben 4-mm-Löcher, in der Mitte sogar 5-mm-Durchmesser. Ich vergittere sie provisorisch mit einem Laichrost. Als nächstes nehme ich eine Verdunklung vor: Wird die Trübung durch Algen verursacht, sollte das wirken. Sind es Infusorien, muss das Wasser wohl durch ein UVC-Aggregat geschleust werden. Die Fische werden während der Verdunklung auf Nulldiät gesetzt. Übrigens: Ohne Not, hätte ich mit dem Säubern der zweiten Kammer etwa 14 Tage gewartet. In dieser Zeit hätte die linke Kammer ihre volle biologische Leistungsfähigkeit, die durch das Säubern gemindert wird, wieder erreicht. Zwei unabhängig von einander arbeitende Kammern bieten in dieser Hinsicht gegenüber herkömmlichen Anlagen einen echten Vorteil.

16. November 09: Unklarheiten beseitigen

Die Trübung hat sich nicht gebessert, jetzt muss ein UVC-Aggregat ran. Man kann es in gut sortierten Aquarienfachgeschäften ausleihen. Um etwa 14 Uhr montiere ich das Gerät. Eine Anschaffung lohnt im Allgemeinen nicht, da solche Fälle nicht ständig auftreten, bei jung eingerichteten Becken aber doch gern einmal.

17. November 09

Die UVC-Bestrahlung zeigt Wirkung: Das Wasser ist fast wieder klar. Das Wirkprinzip ist wohl das Folgende: Das Wasser wird mit einer Kreiselpumpe durch eine Röhre mit UVC-Lampe geschleust und wieder ins Becken zurückgeführt. Die UVC-Strahlung ist stark zellschädigend weshalb Infusorien & Co. abgetötet werden und nahezu keimfreies Wasser zurückfließt. Vorausgesetzt die Bestrahlungsdauer ist lang genug, weshalb man geduldig eine kleine Durchflussgeschwindigkeit wählen sollte. Nitrifizierende Nutzbakterien sind nicht betroffen, da sie nicht im Freiwasser schwimmen, sondern auf und in Filterpatronen Biobällen, Mooskugeln Bodengrund etc. anhaften.

18. November 09

Nach 48 Stunden ist die Aquawall wieder kristallklar.

19. November 09

Die Ansaugstopfen sollen sicher vergittert werden, um weitere Unfälle auszuschließen: Man kann dazu einen Käscher opfern oder besser noch Fliegengitter verwenden. Die Pfropfen lassen sich am besten zum Beckeninneren hin mit einem Stechbeitel aushebeln und werden anschließend mit dem mit Nylonfaden aufgenähten Gitter/Gaze wieder eingesetzt.

Die bis 5 mm großen Löcher im Ansaugstutzen gehören hinter Gitter

Die bis 5 mm großen Löcher im Ansaugstutzen gehören hinter Gitter

Eine Möglichkeit schlanke Fische vorm Tod im Filter zu bewahren: Fliegengitter.

Schmutz davor muss entfernt werden, um eine Verstopfen zu vermeiden.

So sieht der vergitterte Ansaugstutzen eingebaut aus:

Ansaugöffnung hinter Fliegengitter

Bewohner für die verschiedenen Wasserzonen der Aquawall

31. Oktober 2009

24. September 09
Es wird Zeit, auch die Bodenregion zu beleben, schon damit keine Futterreste am Boden verderben und womöglich zu Nitritbelastung führen. Die Wahl fällt auf Corydoras julii, relativ klein (6 cm) bleibende Panzerwelse. Zunächst sind nur zwei Exemplare verfügbar. Das soll möglichst nicht so bleiben, denn die Tiere fühlen sich am wohlsten, wenn sie in kleinen Trupps (also min. vier Exemplare) den Bodengrund absuchen können. Dann sind sie eine verlässliche Gesundheitspolizei. Sie mögen es nicht zu hell und schätzen es, zwischen Pflanzen, Steinen, unter Blumentöpfen oder wie in meiner Aquawall in einer halben Kokosnuss Deckung nehmen zu können.

c.julii

Kokosnuss+Vallisnerien

25. September 09
Zwei weitere Panzerwelse ergänzen wie geplant die beiden vorhandenen zur Gruppe. Die Julii scheinen recht irritiert von ihren Ebenbildern in der spiegelnden Rückwand. Sie schwimmen emsig davor auf und ab.
Bunte Akzente bringt ein Schwarm Neontetras in die Aquawall: Aus gutem Grund werden die Fischchen in den meisten Zoohandlungen mit 10er-Rabatt angeboten, weniger als acht können schwerlich als „Schwarm“ angesprochen werden. Mit zehn Exemplaren kommt man dem Schwarmbedürfnis der Art entgegen und erst so entfalten die Winzlinge (bis 4 cm) ihre Wirkung.
Auch das gewünschte Javamoos (Vesicularia dubyana) bekomme ich heute. Die Pflanzen wurzeln nicht im Bodengrund, sondern setzen sich auf Unterlagen wie Steinen und Moorkienholz fest, wo sie äußerst dekorative, dicht verzweigte Polster bilden. In meiner Aquawall soll eine Kokosnusshälfte begrünt werden. Um beim Einsetzen das Anhaften zu ermöglichen, bohre ich die Nussschale auf und fädle einen transparenten Nylonfaden (oder Angelschnur) durch, der das Moosbüschel auf der Nussoberfläche festhält.

Javamoos-auf-kokosnuss

28. September 09
Ein Freund klagt über Überbevölkerung in seinem 120-l-Becken aufgrund der bekannten Fertilität der Schwertträger. Er pflegt die unifarben leuchtend dunkelorange Züchtung.
Meine Tochter fängt vier Jungfische (knapp 2 cm) und bringt sie in die Aquawall ein.

Einstellungssache

Die Beleuchtungszeiten habe ich unterdessen noch einmal leicht modifiziert: auf nunmehr 11 Std. mit 30 Min. „Mittagspause“. Gerade bis das Becken „eingefahren“ ist, braucht es etwas Fingerspitzengefühl, um Algenwachstum zu minimieren und Pflanzenwachstum zu stimulieren.
Kräftiges Pflanzenwachstum ist das schönste Mittel gegen Algen. Gesunde Pflanzen sind Nährstoffkonkurrenten der Plagegeister. Ich werde daher eine Bodengrunddüngung (Tonkugeln als Nährstoffträger) vornehmen.
Mindestens am Anfang soll ein wöchentlicher Teilwasserwechsel (von 10-15 Litern) Nitrat- und Phosphatwerte gering halten, denn beide Stoffe sind Algendünger.

Ach ja, die Belüftungszeiten habe ich drastisch reduziert: von den werkseitig programmierten 6 Stunden (!?) auf 2 x 30 Minuten zu Zeiten, in denen das Licht aus ist, also die Pflanzen mangels Photosynthese keinen Sauerstoff abgeben: 22-22.30 Uhr und 13-13.30 Uhr. Die Wirkung der O2-Zufuhr versuche ich zu verstärken, indem ich (sofern anwesend) die Becken-Abdeckung hoch klappe (hier wie bei allen Arbeiten am Becken bewährt sich ein 16 cm langes Brettchen als passende Abdeckungsstütze), denn der Hauptaustausch von Gasen sollte an der Wasseroberfläche stattfinden, zumal wenn diese durch die starke Filterströmung gut bewegt ist. Bei zugeklappter Abdeckung wird dieser Effekt gedämpft, weil die sechs kleinen Luftlöcher über der Lampe dafür ein wenig knapp bemessen sind.
Auch wird durch das Öffnen das Verkalken der Abdeckung durch die vielen empor sprudelnden Wasserspritzer vermieden. Was m. E. die munteren Sauerstoffbläschen so fragwürdig macht: Das Gesprudel reißt die düngende Kohlensäure aus dem Wasser und zu viel Sauerstoff begünstigt Blaualgen. In vielen Aquarianerjahren mit “normalen” Becken habe ich eigentlich immer schadlos ganz auch die beliebten Ausströmersteine verzichtet. Lediglich die in Relation zur Wassermenge recht kleine für den natürlichen Gasaustausch verfügbare Oberfläche und das entsprechend schmale, schlecht gelüftete Luftkissen darüber, hindern mich daran, die O2-Pumpe ganz abzuschalten. Zum Vergleich: Ein Standardbecken ähnlichen Volumens hat etwa 2700 cm2 Wasseroberfläche, die Aquawall aber nur ca. 2000 cm2.

10. Oktober 09
Um ein wenig optische Gliederung in die „Wasserwand“ zu bringen, schneide ich einige Bambusstäbe auf ungefähre Beckenhöhe und stecke sie in den Bodengrund. Gründliches Säubern und Überbrühen der Stäbe soll leidliche Keimfreiheit schaffen. Die Sägekanten sind natürlich geglättet, um eine Verletzungsgefahr der Fische auszuschließen. Die naturnahe Deko hat sein Vorbild im ufernahen Röhricht.

Helleri+BambusBambus+Fettbl.+Cabomba

Aquawall: Benutzer-Logbuch eines neuartigen Wandaquariums

29. Oktober 2009

10. September 09: guter Start mit verlässlichem Lieferservice
Die Lieferung wird telefonisch avisiert und das 2-m-Paket anstandslos in die 1. Etage zum Aufstellort gebracht.

11. September: Montage klappt
Trotz der teilweise unklaren „Bedienungsanleitung“ ist die Montage klar und einfach. Theoretisch. Praktisch treffe ich mit dem 12er-Bohrer für die 6 Schwerlastanker, welche die beiden Montagewinkel an der Wand fixieren auf den ein oder anderen Hohlraum(ziegel). Zwar scheinen die Träger die gut 50 Kilo dennoch mühelos aufzunehmen, aber mit Blick auf die beim Befüllen hinzukommenden gut 100 Kilo setze ich vorsichtshalber zwei Kantholzstützen unter das Becken.

12. September: Wasser marsch!
Zuerst heißt es Sand waschen. Ich entscheide mich für dunklen, fast schwarzen Aquarienkies: aus optischen Gründen, weil das sehr gut mit den schwarzen Geräteboxen der Anlage harmoniert und einen wunderbaren Kontrast zu sattgrünen Wasserpflanzen bildet. Physikalisch möchte ich mit dem dunklen Lichtschlucker unerwünschten Algen das Leben schwerer machen.
Mit 20 Kilo sauberem Kies ist schließlich das Becken gut befüllt.
Bleibt Platz für 80 Liter Wasser. Und schon geht’s in den „grünen Bereich“.
Für die Bepflanzung begnüge ich mich zunächst mit 6 Bund:
1 Bund Riesenvallisnerien
2 Bund Schraubenvallisnerien
1 Bund Fettblatt
1 Bund Cabomba
1 Bund Elodea

Bekanntlich pflanzt man nicht durcheinander, sondern in Gruppen.
Die Fotos zeigen die Bepflanzung und erste weitere Deko. Die beiden Kokosnusshälften sind abgelagert und wurden zuvor zum Desinfizieren kurz gekocht. Sie sollen später einigen Panzerwelsen Deckung bieten und gelegentlich mit Javamoos besiedelt werden.
Jetzt heißt es ein paar Tage geduldig abwarten, bis sich die Wasserchemie „eingelaufen“ hat und die Pflanzen erste Anwachsneigung verraten. Erst dann heißt es: Vorhang auf für die bunten Hauptdarsteller.

20. September 09
Nach einer Woche: Pflanzen lassen zu wünschen übrig. Bei Schraubenvallisnerien und Elodea faulen die Blätter, obwohl bei fast allen Pflanzen Neuwurzelbildung stattgefunden hat. Ich ändere die seltsame drei Etappenbeleuchtung auf 10 Std. am Stück. Die welken Pflanzenteile sauge ich beim Teilwasserwechsel ab. Bemerkenswert: die theoretsich etwas empfindliche Cabomba macht noch den besten Eindruck, vermutlich wegen der guten CO2-Düngung. Für die Elodea gilt wohl, dass sie bei Temperaturen über 20 °C, meine Aquawall steht auf 24 °C, lichthungrig ist.

21. September 09
Mit 2 Bund Vallisnerien und 1 Bund Fettblatt „forste“ ich auf.

23. September 09
Meine Tochter mag nicht länger warten: Sie wählt vier Guppys aus. Drei Weibchen und ein Männchen sind der richtige “Zuchtansatz” für die pflegeleichten Lebendgebärenden. Die Fische fühlen sich augenscheinlich sogleich wohl in der kräftigen Strömung der Aquawall und nehmen umstandslos die gebotenen Futterflocken. Als Bewohner der Oberflächenzone nehmen sie als natürlichen Leckerbissen auch gern dargebotene Mücken.

G.männchen9G.PaarG.weibchenGmännGup.+Elodea