24. September 09
Es wird Zeit, auch die Bodenregion zu beleben, schon damit keine Futterreste am Boden verderben und womöglich zu Nitritbelastung führen. Die Wahl fällt auf Corydoras julii, relativ klein (6 cm) bleibende Panzerwelse. Zunächst sind nur zwei Exemplare verfügbar. Das soll möglichst nicht so bleiben, denn die Tiere fühlen sich am wohlsten, wenn sie in kleinen Trupps (also min. vier Exemplare) den Bodengrund absuchen können. Dann sind sie eine verlässliche Gesundheitspolizei. Sie mögen es nicht zu hell und schätzen es, zwischen Pflanzen, Steinen, unter Blumentöpfen oder wie in meiner Aquawall in einer halben Kokosnuss Deckung nehmen zu können.


25. September 09
Zwei weitere Panzerwelse ergänzen wie geplant die beiden vorhandenen zur Gruppe. Die Julii scheinen recht irritiert von ihren Ebenbildern in der spiegelnden Rückwand. Sie schwimmen emsig davor auf und ab.
Bunte Akzente bringt ein Schwarm Neontetras in die Aquawall: Aus gutem Grund werden die Fischchen in den meisten Zoohandlungen mit 10er-Rabatt angeboten, weniger als acht können schwerlich als „Schwarm“ angesprochen werden. Mit zehn Exemplaren kommt man dem Schwarmbedürfnis der Art entgegen und erst so entfalten die Winzlinge (bis 4 cm) ihre Wirkung.
Auch das gewünschte Javamoos (Vesicularia dubyana) bekomme ich heute. Die Pflanzen wurzeln nicht im Bodengrund, sondern setzen sich auf Unterlagen wie Steinen und Moorkienholz fest, wo sie äußerst dekorative, dicht verzweigte Polster bilden. In meiner Aquawall soll eine Kokosnusshälfte begrünt werden. Um beim Einsetzen das Anhaften zu ermöglichen, bohre ich die Nussschale auf und fädle einen transparenten Nylonfaden (oder Angelschnur) durch, der das Moosbüschel auf der Nussoberfläche festhält.

28. September 09
Ein Freund klagt über Überbevölkerung in seinem 120-l-Becken aufgrund der bekannten Fertilität der Schwertträger. Er pflegt die unifarben leuchtend dunkelorange Züchtung.
Meine Tochter fängt vier Jungfische (knapp 2 cm) und bringt sie in die Aquawall ein.
Einstellungssache
Die Beleuchtungszeiten habe ich unterdessen noch einmal leicht modifiziert: auf nunmehr 11 Std. mit 30 Min. „Mittagspause“. Gerade bis das Becken „eingefahren“ ist, braucht es etwas Fingerspitzengefühl, um Algenwachstum zu minimieren und Pflanzenwachstum zu stimulieren.
Kräftiges Pflanzenwachstum ist das schönste Mittel gegen Algen. Gesunde Pflanzen sind Nährstoffkonkurrenten der Plagegeister. Ich werde daher eine Bodengrunddüngung (Tonkugeln als Nährstoffträger) vornehmen.
Mindestens am Anfang soll ein wöchentlicher Teilwasserwechsel (von 10-15 Litern) Nitrat- und Phosphatwerte gering halten, denn beide Stoffe sind Algendünger.
Ach ja, die Belüftungszeiten habe ich drastisch reduziert: von den werkseitig programmierten 6 Stunden (!?) auf 2 x 30 Minuten zu Zeiten, in denen das Licht aus ist, also die Pflanzen mangels Photosynthese keinen Sauerstoff abgeben: 22-22.30 Uhr und 13-13.30 Uhr. Die Wirkung der O2-Zufuhr versuche ich zu verstärken, indem ich (sofern anwesend) die Becken-Abdeckung hoch klappe (hier wie bei allen Arbeiten am Becken bewährt sich ein 16 cm langes Brettchen als passende Abdeckungsstütze), denn der Hauptaustausch von Gasen sollte an der Wasseroberfläche stattfinden, zumal wenn diese durch die starke Filterströmung gut bewegt ist. Bei zugeklappter Abdeckung wird dieser Effekt gedämpft, weil die sechs kleinen Luftlöcher über der Lampe dafür ein wenig knapp bemessen sind.
Auch wird durch das Öffnen das Verkalken der Abdeckung durch die vielen empor sprudelnden Wasserspritzer vermieden. Was m. E. die munteren Sauerstoffbläschen so fragwürdig macht: Das Gesprudel reißt die düngende Kohlensäure aus dem Wasser und zu viel Sauerstoff begünstigt Blaualgen. In vielen Aquarianerjahren mit “normalen” Becken habe ich eigentlich immer schadlos ganz auch die beliebten Ausströmersteine verzichtet. Lediglich die in Relation zur Wassermenge recht kleine für den natürlichen Gasaustausch verfügbare Oberfläche und das entsprechend schmale, schlecht gelüftete Luftkissen darüber, hindern mich daran, die O2-Pumpe ganz abzuschalten. Zum Vergleich: Ein Standardbecken ähnlichen Volumens hat etwa 2700 cm2 Wasseroberfläche, die Aquawall aber nur ca. 2000 cm2.
10. Oktober 09
Um ein wenig optische Gliederung in die „Wasserwand“ zu bringen, schneide ich einige Bambusstäbe auf ungefähre Beckenhöhe und stecke sie in den Bodengrund. Gründliches Säubern und Überbrühen der Stäbe soll leidliche Keimfreiheit schaffen. Die Sägekanten sind natürlich geglättet, um eine Verletzungsgefahr der Fische auszuschließen. Die naturnahe Deko hat sein Vorbild im ufernahen Röhricht.






