Archiv für November 2009

Filterpads gegen zu große Ansaugöffnungen

Montag, 30. November 2009

Eine andere Lösung für die zu großen Ansaugöffnungen könnte es sein, Filterpatronenmatten passend für die AQW zuzuschneiden und vor die fatalen Ansaugöffnungen zu setzen. Hab’ ich allerdings noch nicht selbst ausprobiert. Mein Fliegendrahtgitter muss jedenfalls alle paar Tage von Pflanzenresten u. ä. befreit werden, setzen sich die Gitter zu stark zu, mindert das die Ansaugleistung und der Filter zieht Luft, die blubbernd ins Becken pepustet wird. Dies ist nicht nur unschön, sondern vermutlich würde auf Dauer der dadurch schlechter gekühlte Motor heißlaufen und den Geist aufgeben? Auch ein Absinken des Wasserstandes deutlich unter Maximumlinie führt mitunter zu dem beschriebenen Effekt des „Luftziehens“.

Kohlefilterschwämme: quadratisch, praktisch, gut?

Filterpad3Passen wie für die AQW gemacht: 12,5 x 12.5 cm

10. Dezember 09

Nachdem eine blaue Posthornschnecke auf einem der die zu großen Filteransaugöffnungen abdeckenden Fliegengitter festhing, teste ich die 2. mögliche Problemlösung: Ich entferne die beiden Ansaugstutzen völlig (Stechbeitel) und setze plano vor die Wand einen Filterschwamm. Der muss natürlich passgenau und fest sitzen. Das genaue Innenmaß der AQW beträgt 12,5 cm. Genau in der Größe 12,5 x 12,5 cm gibt es für das Juwel Filter System Standard Bioflow 6.0 Kohleschwämme im 2er Pack (9,25 EUR), einen für jede Seitenwand: und alle 4 Ansaugöffnungen sind verschlossen. Ich hoffe, es funktioniert.

Vor der schwarzen Seitenwand fällt die schwarze Filtermatte kaum auf
Vor der schwarzen Seitenwand fällt die schwarze Filtermatte kaum auf

11. Dezember 09

Nachdem der Filter störungsfrei läuft, entferne ich auch die Ansauger der 2. Filterkammer und setze den 2. Kohleschwamm davor. Optisch verschwinden die schwarzen Matten vor der schwarzen Seitenwand. Bei einer irgendwann anstehenden Filtersäuberung (je nach Fischbesatz 3-6 Monate) kann man natürlich auch ausprobieren, ob das Anbringen der Schwämme auch innen im Filter funktionieren würde? Wer’s vor mir ausprobiert (oder schon hat) ist herzlich eingeladen, hier von seinen Resultaten zu berichten.

Bambus im Aquarium?

Mittwoch, 25. November 2009

Eine Frage, die mir außerhalb des Blocks gestellt wurde: Ist das mit dem Bambus nicht gefährlich?

Mit Radio Eriwan zu antworten: im Prinzip ja.

Auch bei Bambusstäben aus dem Baumarkt oder sonst wo her muss man heute leider mit Belastungen durch Pflanzenschutzmittel rechnen. Für jedes Aquarium schieres Gift. Meine Bambusstäbe standen allerdings bereits seit einigen Jährchen im Garten in der Bewitterung. Da gasen eigentlich alle Biozide, die der liebe Gott verboten hat, aus. Zusätzlich habe ich die Bambusstäbe gründlich gereinigt (ohne Chemie). Auch wässern hilft. Meine Otocinclus „lutschen“ gern die Algen direkt von den Stäben und sind guter Dinge. Bei entsprechender Vorsicht kann man das also wohl riskieren.

Mosskugel+Bambus

Das Schwerträgerweibchen verlässt später die AQW und wird durch die kleiner bleibenden Platys derselben Gattung ersetzt.

Bambus sorgt für vertikale Strukturierung in der sehr gestreckten AQW.

Bambus sorgt für vertikale Strukturierung in der sehr gestreckten AQW.

AQW total

Helleri Weibchen, Cabomba, Bambus

Helleri Weibchen, Cabomba, Bambus

Auch eine Aquawall braucht mal Hilfe: Wassertrübung klären, Filteransaugstopfen vergittern

Freitag, 20. November 2009

11. November 09

Einer der Otocinclus ist spurlos verschwunden. Nachdem einer der beiden vermissten Neon etwas blass und mickrig – wie ausgespieen – wieder aufgetaucht ist, scheint klar: Die Ansaugöffnungen der Filter sind zu groß. Letzte Gewissheit wird eine Säuberung der Filter bringen. Wie die Öffnungen schützen? Da kleine Fische sich am besten für die Aquawall eignen und man natürlich zunächst Jungtiere einsetzt, sollte man also für alle kleinen Fisch mit betont spindelförmigem Körperbau Vorsichtsmaßregeln treffen. Die diversen Grünalgen haben unterdessen als Schwebalgen/Sporen (?) das Wasser getrübt. Jetzt müsste man Wasserflöhe einsetzen können als hocheffiziente Biofilter. Notgedrungen setze ich auf Chemie: TetraClearwater solls richten. Ein Innenfilter mit Schaumpatrone, angeschlossen an die Luftpumpe der Aquawall soll mithelfen und nachts den Sauerstoffgehalt sichern. Die Mittagspause der Beleuchtung dehne ich auf eine Stunde aus.

12. November 09

Nachwuchs in der Guppy-WG: 5 Winzlinge haben hungrige Artgenossen und Filteransauger überlebt. Die TetraClear-Behandlung zeigt keinerlei Wirkung! Also demontiere und säubere ich die linke Filterkammer, die in der Tat recht verschmutzt ist. Hier aufgefundene Guppyjunge setze ich in ein Miniaquarium mit Patronenfilter. Das Säubern der Filterkammern, über das sich die Betriebsanleitung weitgehend ausschweigt, ist gar nicht so schwierig, selbst die Schräge über meiner Aquawall stellt kein Hindernis da. Über der linken Filterkammer sind der Futterautomat und die Membrampumpe einfach nach oben herauszunehmen (vorher Strom ausschalten und Steckverbindungen lösen). Die schützende Gummikammer wird etwas zusammengedrückt und ebenfall nach oben hin herausgezogen. Und schon sind wir am Filter. Die drei kleinen Filterpads herausnehmen, sodann die von Saugern gehaltene Kreiselpumpe. Jetzt lässt sich die Hauptfilterpatrone herausnehmen. Die Filterpatronen werden ausgespült wobei vor allem grobe Schmutzteile beseitigt werden. Die Biobälle in den fünf Löchern der Patrone müssen nur bei starker Verschmutzung heraus und wieder hinein. Zu gründlich sollte man nicht „säubern“, damit die wichtigen nitrifizierenden Bakterien nicht völlig ausgewaschen werden und sich im wiedereingesetzten Filter möglichst rasch regenerieren können.

AQW+Aufzuchtbecken

Im Aufzuchtbecken wachsen Guppys + Platys heran

13. November 09

Eine Wasseranalyse zeigt einwandfreie Werte: KH4, pH7, dGH7, Nitrit (NO2)= 0, Nitrat NO3=20 mg/l, Phosphat (PO4)=0, Leitfähigkeit (µS/cm) = 521 Aus pH-Wert und Karbonatwert ergibt sich für den CO2-Gehalt: ca. 16 mg. Alles okay.

14. November 09

Nehme mir auch die rechte Filterkammer zur Reinigung vor (gleicher Aufbau wie die linke, nur etwas kleiner plus Heizung, Temperaturfühler in einer Filterpatronenlochung). Finde auch hier einige Guppyjunge, die offenbar über die drei oberen Ritzen eingedrungen sind, die man mit Filterwatte von innen verschließen kann. Unten im Filter findet sich die Leiche des verschwundenen Otocinclus, was bestätigt: Die Filter-Ansaugöffnungen sind zu groß! Die Pfropfen haben 4-mm-Löcher, in der Mitte sogar 5-mm-Durchmesser. Ich vergittere sie provisorisch mit einem Laichrost. Als nächstes nehme ich eine Verdunklung vor: Wird die Trübung durch Algen verursacht, sollte das wirken. Sind es Infusorien, muss das Wasser wohl durch ein UVC-Aggregat geschleust werden. Die Fische werden während der Verdunklung auf Nulldiät gesetzt. Übrigens: Ohne Not, hätte ich mit dem Säubern der zweiten Kammer etwa 14 Tage gewartet. In dieser Zeit hätte die linke Kammer ihre volle biologische Leistungsfähigkeit, die durch das Säubern gemindert wird, wieder erreicht. Zwei unabhängig von einander arbeitende Kammern bieten in dieser Hinsicht gegenüber herkömmlichen Anlagen einen echten Vorteil.

16. November 09: Unklarheiten beseitigen

Die Trübung hat sich nicht gebessert, jetzt muss ein UVC-Aggregat ran. Man kann es in gut sortierten Aquarienfachgeschäften ausleihen. Um etwa 14 Uhr montiere ich das Gerät. Eine Anschaffung lohnt im Allgemeinen nicht, da solche Fälle nicht ständig auftreten, bei jung eingerichteten Becken aber doch gern einmal.

17. November 09

Die UVC-Bestrahlung zeigt Wirkung: Das Wasser ist fast wieder klar. Das Wirkprinzip ist wohl das Folgende: Das Wasser wird mit einer Kreiselpumpe durch eine Röhre mit UVC-Lampe geschleust und wieder ins Becken zurückgeführt. Die UVC-Strahlung ist stark zellschädigend weshalb Infusorien & Co. abgetötet werden und nahezu keimfreies Wasser zurückfließt. Vorausgesetzt die Bestrahlungsdauer ist lang genug, weshalb man geduldig eine kleine Durchflussgeschwindigkeit wählen sollte. Nitrifizierende Nutzbakterien sind nicht betroffen, da sie nicht im Freiwasser schwimmen, sondern auf und in Filterpatronen Biobällen, Mooskugeln Bodengrund etc. anhaften.

18. November 09

Nach 48 Stunden ist die Aquawall wieder kristallklar.

19. November 09

Die Ansaugstopfen sollen sicher vergittert werden, um weitere Unfälle auszuschließen: Man kann dazu einen Käscher opfern oder besser noch Fliegengitter verwenden. Die Pfropfen lassen sich am besten zum Beckeninneren hin mit einem Stechbeitel aushebeln und werden anschließend mit dem mit Nylonfaden aufgenähten Gitter/Gaze wieder eingesetzt.

Die bis 5 mm großen Löcher im Ansaugstutzen gehören hinter Gitter

Die bis 5 mm großen Löcher im Ansaugstutzen gehören hinter Gitter

Eine Möglichkeit schlanke Fische vorm Tod im Filter zu bewahren: Fliegengitter.

Schmutz davor muss entfernt werden, um eine Verstopfen zu vermeiden.

So sieht der vergitterte Ansaugstutzen eingebaut aus:

Ansaugöffnung hinter Fliegengitter