11. November 09
Einer der Otocinclus ist spurlos verschwunden. Nachdem einer der beiden vermissten Neon etwas blass und mickrig – wie ausgespieen – wieder aufgetaucht ist, scheint klar: Die Ansaugöffnungen der Filter sind zu groß. Letzte Gewissheit wird eine Säuberung der Filter bringen. Wie die Öffnungen schützen? Da kleine Fische sich am besten für die Aquawall eignen und man natürlich zunächst Jungtiere einsetzt, sollte man also für alle kleinen Fisch mit betont spindelförmigem Körperbau Vorsichtsmaßregeln treffen. Die diversen Grünalgen haben unterdessen als Schwebalgen/Sporen (?) das Wasser getrübt. Jetzt müsste man Wasserflöhe einsetzen können als hocheffiziente Biofilter. Notgedrungen setze ich auf Chemie: TetraClearwater solls richten. Ein Innenfilter mit Schaumpatrone, angeschlossen an die Luftpumpe der Aquawall soll mithelfen und nachts den Sauerstoffgehalt sichern. Die Mittagspause der Beleuchtung dehne ich auf eine Stunde aus.
12. November 09
Nachwuchs in der Guppy-WG: 5 Winzlinge haben hungrige Artgenossen und Filteransauger überlebt. Die TetraClear-Behandlung zeigt keinerlei Wirkung! Also demontiere und säubere ich die linke Filterkammer, die in der Tat recht verschmutzt ist. Hier aufgefundene Guppyjunge setze ich in ein Miniaquarium mit Patronenfilter. Das Säubern der Filterkammern, über das sich die Betriebsanleitung weitgehend ausschweigt, ist gar nicht so schwierig, selbst die Schräge über meiner Aquawall stellt kein Hindernis da. Über der linken Filterkammer sind der Futterautomat und die Membrampumpe einfach nach oben herauszunehmen (vorher Strom ausschalten und Steckverbindungen lösen). Die schützende Gummikammer wird etwas zusammengedrückt und ebenfall nach oben hin herausgezogen. Und schon sind wir am Filter. Die drei kleinen Filterpads herausnehmen, sodann die von Saugern gehaltene Kreiselpumpe. Jetzt lässt sich die Hauptfilterpatrone herausnehmen. Die Filterpatronen werden ausgespült wobei vor allem grobe Schmutzteile beseitigt werden. Die Biobälle in den fünf Löchern der Patrone müssen nur bei starker Verschmutzung heraus und wieder hinein. Zu gründlich sollte man nicht „säubern“, damit die wichtigen nitrifizierenden Bakterien nicht völlig ausgewaschen werden und sich im wiedereingesetzten Filter möglichst rasch regenerieren können.

Im Aufzuchtbecken wachsen Guppys + Platys heran
13. November 09
Eine Wasseranalyse zeigt einwandfreie Werte: KH4, pH7, dGH7, Nitrit (NO2)= 0, Nitrat NO3=20 mg/l, Phosphat (PO4)=0, Leitfähigkeit (µS/cm) = 521 Aus pH-Wert und Karbonatwert ergibt sich für den CO2-Gehalt: ca. 16 mg. Alles okay.
14. November 09
Nehme mir auch die rechte Filterkammer zur Reinigung vor (gleicher Aufbau wie die linke, nur etwas kleiner plus Heizung, Temperaturfühler in einer Filterpatronenlochung). Finde auch hier einige Guppyjunge, die offenbar über die drei oberen Ritzen eingedrungen sind, die man mit Filterwatte von innen verschließen kann. Unten im Filter findet sich die Leiche des verschwundenen Otocinclus, was bestätigt: Die Filter-Ansaugöffnungen sind zu groß! Die Pfropfen haben 4-mm-Löcher, in der Mitte sogar 5-mm-Durchmesser. Ich vergittere sie provisorisch mit einem Laichrost. Als nächstes nehme ich eine Verdunklung vor: Wird die Trübung durch Algen verursacht, sollte das wirken. Sind es Infusorien, muss das Wasser wohl durch ein UVC-Aggregat geschleust werden. Die Fische werden während der Verdunklung auf Nulldiät gesetzt. Übrigens: Ohne Not, hätte ich mit dem Säubern der zweiten Kammer etwa 14 Tage gewartet. In dieser Zeit hätte die linke Kammer ihre volle biologische Leistungsfähigkeit, die durch das Säubern gemindert wird, wieder erreicht. Zwei unabhängig von einander arbeitende Kammern bieten in dieser Hinsicht gegenüber herkömmlichen Anlagen einen echten Vorteil.
16. November 09: Unklarheiten beseitigen
Die Trübung hat sich nicht gebessert, jetzt muss ein UVC-Aggregat ran. Man kann es in gut sortierten Aquarienfachgeschäften ausleihen. Um etwa 14 Uhr montiere ich das Gerät. Eine Anschaffung lohnt im Allgemeinen nicht, da solche Fälle nicht ständig auftreten, bei jung eingerichteten Becken aber doch gern einmal.
17. November 09
Die UVC-Bestrahlung zeigt Wirkung: Das Wasser ist fast wieder klar. Das Wirkprinzip ist wohl das Folgende: Das Wasser wird mit einer Kreiselpumpe durch eine Röhre mit UVC-Lampe geschleust und wieder ins Becken zurückgeführt. Die UVC-Strahlung ist stark zellschädigend weshalb Infusorien & Co. abgetötet werden und nahezu keimfreies Wasser zurückfließt. Vorausgesetzt die Bestrahlungsdauer ist lang genug, weshalb man geduldig eine kleine Durchflussgeschwindigkeit wählen sollte. Nitrifizierende Nutzbakterien sind nicht betroffen, da sie nicht im Freiwasser schwimmen, sondern auf und in Filterpatronen Biobällen, Mooskugeln Bodengrund etc. anhaften.
18. November 09
Nach 48 Stunden ist die Aquawall wieder kristallklar.
19. November 09
Die Ansaugstopfen sollen sicher vergittert werden, um weitere Unfälle auszuschließen: Man kann dazu einen Käscher opfern oder besser noch Fliegengitter verwenden. Die Pfropfen lassen sich am besten zum Beckeninneren hin mit einem Stechbeitel aushebeln und werden anschließend mit dem mit Nylonfaden aufgenähten Gitter/Gaze wieder eingesetzt.

Die bis 5 mm großen Löcher im Ansaugstutzen gehören hinter Gitter
Eine Möglichkeit schlanke Fische vorm Tod im Filter zu bewahren: Fliegengitter.
Schmutz davor muss entfernt werden, um eine Verstopfen zu vermeiden.
So sieht der vergitterte Ansaugstutzen eingebaut aus:

dann muss ich wohl meine Ansaugstopfen auch noch vergittern, bevor ich Fische einsetze.. leider tut sich bei meiner CO2-Versorgung überhaupt nichts mehr
keine Blätterchen und nichts…
Die Vergitterung empfiehlt sich, wenn Fische oder Süßwassergarnelen (!) mit entsprechendem Körperbau (Neons, Zebrabärblinge, Kardinalfischchen etc.) in die AQW sollen, die 5 mm Öffnung ist größer als der Durchlass in jedem herkömmlichen Filterkorb. Der Hersteller bietet leider keine Lösung für das Problem und sagt, die Öffnungen müssen so groß sein, sonst würde der Filter nicht funktionieren. Das halte ich für Unfug, da wir aus dem Physikunterricht wissen, dass viele kleine Öffnungen ohne weiteres dieselbe oder auch größere Gesamtoberfläche haben können als wenige große. Meine Filter haben die Modifikation bislang klaglos hingenommen und der Fischbestand ist seither stabil.
Was die CO2-Anlage betrifft, bin ich selbst noch ein wenig am Forschen: Sie funktioniert offenbar anders als die hierzulande üblichen. Eine CO2-Ampulle konnte ich bisher nirgends entdecken. Werde mich dazu noch dezidiert äußern. Ob deine Anlage arbeitet, solltest du auch anhand der entprechenden Anzeige im Display überprüfen und ggf. dort 2 x 30 Min. während der Beleuchtungszeit programmieren. Evtl. die Steckverbindung über der rechten Filterkammer überprüfen. Die Bläschen oder sogar Blubberblasen sind kein sicheres Zeichen für das Arbeiten oder Nichtarbeiten der Anlage, gelegentlich tritt das CO2 auch als feine nebelartige Wolke aus.
Wollte an dieser Stelle mal erwähnen, dass in meiner Aquawall die Ansaugstutzen nicht herausnehmbar sind. Habe mich auch schon die ganze Zeit gewundert, wie das mit dem Stechbeitel gehen soll
Also bei mir sind die Löcher in der Seitenwand eingelassen – sieht aus wie ein kleiner integrierter Lautsprecher – so dass erst einmal nichts anderes übrig blieb, als ein Stück steifes Fliegengitter quasi davor zu stellen. Habe dann noch einen Stein davor, damit sie nicht umfallen, wenn keine Ansaugung erfolgt. Konnte das jetzt erst anhand der vielen neuen Bilder hier erkennen. Scheinbar gibt es unterschiedliche Auslieferungsvarianten der Aquawall. Nur mal so zur Info, falls sich noch jemand hier wundert
Guter Hinweis. Die Lösung mit den Filterpads sollte aber für alle Varianten funktionieren.
Hallo, ich gehöre leider zu denen, bei denen die Einlasslöcher nicht herausnehmbar sind.
Ich habe Filterschwämme längsseits durchgeschniten und davor positioniert- aber dennoch gibt es immer wieder Schlupflöcher…
…Opferliste: Neon Nr. 5
Darum würde ich mich freuen, wenn ihr mir mal zeigen könnt wie andere Lösungen, die sich bewährt haben funktionieren.
Bzw. würd ich gerne erfahren wo man steife Fliegengitter herbekommt..
Vielen Dank
Andreas
Die Filterpads müssen absolut stramm und plano die Öffnung abdecken. Da soll keine Zwerggarnelen mehr drunterkommen! Sollten die Ansaugstutzen bei deiner AQW sich konvex ins Becken wölben (wie es die herausnehmbaren tun), würde ich die Abdeckfilterpads entsprechend aushöhlen. Bei der empfohlenen 12,5 x 12,5 cm Größe müsste das klappen.
Viel Erfolg!
BG
admin
… so recht mag ich die hier mehrfach vertretene These der nicht herausnehmbaren Ansaugstutzen kaum glauben. Man stelle sich nur den Produktionsaufwand beim Herstellen der entsprechenden schwarzen Kunststoffzwischenwände her: Statt einfach 3 Löcher in ein planes Teil zu schneiden, werden unten jeweils zwei sich vorwölbende vielfach gelochte Ausformungen erstellt?? Die Dinger sitzen verdammt fest (daher vorsichtig, aber entschlossen mit dem Stechbeitel heraushebeln). Also bitte genau hinschauen und ggf. auch probieren, ob da wirklich alles aus einem Guss ist.
Nix für ungut und Gruß an alle Fischköpp
admin